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"Dieses Bilderbuch soll den, der es betrachtet, nicht vom Denken befreien", schreibt Friedrich Sieburg in seinem Vorwort.


Die 700 Bilder aus allen Teilen der Welt zeigen uns, wie sehr sich die Welt seither verändert hat, und wie erschreckend gleich sie geblieben ist.


Zwei bewegte und bewegende Jahrzehnte, die Sándor Márai und László Dormándi, die die Bilder zusammengetragen haben, uns in einer Art Flaschenpost nahe bringen. Wir gehen gleichsam ins Jahr 1930 zurück; treten ein in den Schatten des ersten Weltkrieges und schauen mit Augen voraus, die nicht wissen, was folgt.


Sieburg, Schrifsteller, Kritikerkollege Kurt Tucholskys und bedeutender Intellektueller der Weimarer Republik, sollte sich später für den Nationalsozialismus begeistern. Er ging nicht in die innere Emigration, er folgte seinem Führer und rief "Heil". Später behauptete er dann allerdings nicht, nie dabei gewesen zu sein, er erkannte seinen Irrtum und schrieb, bis zu seinem Tod, für die junge Demokratie.

 

Sándor Márai

Sándor Márai, einer der bedeutendsten ungarischen Lyriker, Schriftsteller und Dramatiker des 20. Jahrhunderts, ging unter nationalsozialistischer Besatzung zunächst ins innere Exil, indem er sich weigerte, unter Hitler auch nur eine Zeile zu schreiben. Eine Diktatur später,  verließ er Ungarn ganz und verbrachte sein weiteres Leben im Exil.

Dormándi verließ Ungarn bereits 1938 und ließ sich in Paris nieder. Während der deutschen Besatzung veröffentlichte er im Untergrund. Er war nach dem Krieg als französischer Schriftsteller erfolgreich.

SÁNDOR MÁRAI UND LÁSZLÓ DORMÁNDI

1910 - 1930

ZWANZIG JAHRE

WELTGESCHICHTE IN 700 BILDERN

MIT EINER EINLEITUNG VON

FRIEDRICH SIEBURG

TRANSMARE VERLAG BERLIN 1931

Antiquarisch ca. 20,00 €

 

Márai und Dormándi: 1910 - 1930, Mittelalter im 20. Jahrhundert, S. 225. Berlin: Transmare 1931


Heimeran. München 1964. 14. Auflage.

Der schweizer Zeichner, Graphiker, Illustrator, Plastiker, Kinderbuchkünstler, Jugendschriftsteller und Lehrer Hans Witzig (21.09.1889 - 29.10.1973), einem größeren Publikum bis heute bekannt durch Werke wie "Punkt, Punkt, Komma, Strich --" oder "Einmal grad und einmal krumm", die immer mal wieder nachgedruckt werden, und an Heiterkeit und Frohsinn kaum zu überbieten sind, veröffentliche, etwa zur Mittte seines Lebens hin, im Eigenverlag ein radikal anderes Buch:


"die graue Straße"

In 60 Tuschzeichnungen zeigt Witzig alle Formen menschlichen Elends.


Gänzlich unkommentiert reiht er Bild an Bild. Er verzichtet dabei ganz auf ein Vorwort oder eine Einleitung, nicht einmal die Titel der Zeichnungen gibt er im Bildteil an. Erst in einem Inhaltsverzeichnis am Ende des Buches lassen sich den Seitennummern die jeweiligen Namen zuordnen. Sie lauten "Sorge", "Züchtigung", "tote Frau", "die Schande", um nur einige zu nennen. "Es geschieht einem, dass man zu Zeiten durch die Aufdringlichkeit gewisser Vorstellungen sozusagen in die Enge getrieben wird", erklärt sich Witzig in einem Nachwort dem verstörten Betrachter knapp.

Antiquarisch ab ca. 30,00 €

Nachlass von Hans Witzg (Zentralbibliothek Zürich)  

 

 

 

 

 

Hitler hatte, wenn wir seinem frühen Speichellecker und Auslandspressechef Ernst "Puzzi" Hanfstaengel glauben können, ein merkwürdiges Hobby: er sammelte Karikaturen seiner selbst. Ob das stimmt, sei dahingestellt, Hanfstaengel sammelte sie jedenfalls und veröffentlichte sie in zwei Bänden:

„Tat gegen Tinte -Hitler in der Karikatur der Welt“ und „Tat gegen Tinte - Hitler in der Karikatur der Welt Neue Folge“ -  zwei Teile in einem Band von Ernst Hanfstaengel. Verlag Braune Bücher, Berlin 1935.

Versammelt sind darin hitlerkritische Karikaturen aus dem In-  und Ausland (ca. ab März 1933 nur noch aus dem Ausland). Die Bilder und Texte sind entlarvend, selbstentlarvend dagegend sind die Texte, mit denen Hanfstaengel die Bilder kommentiert. Ein sehr kleiner Geist präsentiert hier große kleine Kunst.

 

 

 

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